Psychotherapie für ältere Kinder und Jugendliche

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Jedes Kind und jeder Jugendliche ist individuell und unterschiedlich in seiner Entwicklung, seinen Interessen und seinen Erfahrungen. Wie in jedem Leben gibt es Hochs und Tiefs. Wenn die Bewältigung des Alltags jedoch erschwert ist, Ihr Kind leidet und die Probleme über einen längeren Zeitraum bestehen, kann eine individuelle Psychotherapie helfen.

Wussten Sie dass  in Deutschland jedes fünfte bis sechste Kind psychisch auffällig ist? Das betrifft Kinder und Jugendliche in jedem Alter. Vielen Erwachsenen fehlt fundiertes Fachwissen über psychische Erkrankungen, so dass auffälliges Verhalten oft nicht richtig eingeordnet werden kann. Das erschwert den Umgang mit psychisch auffälligen Kindern und verunsichert Eltern und Erzieher, aber auch die Kinder selbst.

Ob Ihr Kind eine Therapie benötigt, klären wir in einem differenzierten, diagnostischen Gespräch.

Wenn dann eine Therapie indiziert sein sollte, möchte ich Ihren Nachwuchs zunächst einmal gut kennenlernen. Mir ist wichtig, nicht nur auf die Probleme zu schauen, sondern auch wo die Stärken und Ressourcen Ihres Kindes liegen.

Erst danach schauen wir uns das spezielle Problem genauer an und erarbeiten gemeinsam neue Lösungswege, neue Einstellungen und Werkzeuge für einen besseren und leichteren Umgang mit Schwierigkeiten. So ist ihr Kind nicht nur für dieses Problem besser gewappnet, sondern auch für sein weiteres zukünftiges Leben.

Die Qualität meiner therapeutischen Arbeit ist mir sehr wichtig. So arbeite ich ausschließlich mit wissenschaftlich fundierten Verfahren, bilde mich regelmäßig fort und stehe in gutem Kontakt mit anderen Kollegen. So kann ich ein hohes Maß an Fachwissen, Kompetenz und Ideenreichtum gewährleisten.

Je nach Art des Problems biete ich sowohl Kurz- als auch Langzeittherapien an. Unter Umständen kann eine medizinische Voruntersuchung nötig sein, um somatische Ursachen auszuschließen. Hierzu berate ich Sie gerne bei einem ersten Vorgespräch.

Einige häufig vorkommende Krankheitsbilder mit Eltern-Infos

Die depressive Verstimmung gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter und können sich schon im Kleinkindalter beobachten lassen. Die Symptome bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich auf sehr unterschiedliche Weise. Generell sind hier eine gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und Energiemangel zu nennen. Auch Selbstwertprobleme, Schuldgefühle, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, eine innere Unruhe, verminderter Appetit, Suizidgedanken oder -handlungen können auftreten.

Die Symptome  können je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes/Jugendlichen in unterschiedlicher Form auftreten. Die Depression kann sich im Kleinkindalter in Form von ständigem Weinen, einer erhöhten Reizbarkeit, exzessivem Daumenlutschen, auffälligem Spielverhalten oder Spielunlust, in Schlaf- und Essstörungen zeigen. Im Schulkindalter sind Symptome wie Antriebslosigkeit, Ängste, Appetitlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsstörungen, Schlafstörungen und Suizidgedanken zu beobachten. In der Pubertät zeigen depressive Jugendliche Verhaltensweisen wie auch jüngere Kinder: starke Antriebs- und Lustlosigkeit und extreme Selbstzweifel, Ängste, Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsstörungen, starke Gewichtsveränderungen, Schlafstörungen, Suizidgedanken, psychosomatische Beschwerden oder sozialen Rückzug.

In der Regel entsteht eine Depression aus dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Eine genetische Veranlagung, neurobiologische Störungen im Hirnstoffwechsel sowie bestimmte Entwicklungs- und Persönlichkeitsfaktoren sowie negative soziale Erfahrungen können Auslöser einer Depression sein. Bleibt eine Depression unbehandelt, so kann sie sich zu einer chronischen Erkrankung weiterentwickeln.

Auch können Kinder stressbedingt an einem Burn Out, ähnlich wie bei Erwachsenen, erkranken. Die Symptome sind denen der Depression sehr ähnlich, haben ihren Ursprung aber eher aus dem schulischen oder freizeitlichen Kontext.

Alle Kinder haben manchmal Angst. So fürchten sich 3- bis 4-Jährige oftmals vor der Dunkelheit oder vor Monstern. Ältere Kinder und Jugendliche haben Angst, wenn sie ein Referat vor ihren Klassenkameraden halten müssen. Solche Ängste sind keine Anzeichen einer Störung. Wenn die Angst des Kindes jedoch so groß wird, dass die Lebensführung eingeschränkt ist oder es eindeutig darunter leidet, kann eine Angststörung vorliegen. Unter dem Vorwand körperlicher Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen beispielsweise, weigern sich viele Kinder zur Schule zu gehen.

Kinder mit einer Angststörung haben ein erhöhtes Risiko für Depressionen, Selbstmordverhalten, Alkohol bzw. Drogen und schulische Probleme im späteren Leben.

Die Veranlagung zu Angststörungen kann vererbt werden. Ängstliche Eltern haben in der Regel ängstliche Kinder. Aber auch unterschiedliche negative Erfahrungen können zu Angstverhalten führen.

Die häufigsten Angststörungen im Kindesalter sind Trennungsangst, Phobien (z.B. vor Spinnen, Viren, Dunkelheit) oder eine generalisierte Angst. Bei Jugendlichen kommt dann noch die soziale Angst hinzu.

Viele Kinder mit Angststörungen weigern sich, zur Schule zu gehen. Sie leiden möglicherweise unter Trennungsangst, einer sozialen Angststörung oder Panikstörung oder einer Kombination dieser Störungen.

Manche Kinder sprechen ihre Angst direkt an. Sie sagen beispielsweise Dinge wie „Ich habe Angst, dich niemals wieder zu sehen“ (Trennungsangst) oder „Ich habe Angst, dass mich die anderen Kinder auslachen“ (soziale Angststörung). Die Mehrheit der Kinder klagt jedoch über körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen. Dabei sagen diese Kinder oftmals sogar die Wahrheit, da Angst bei Kindern Magenbeschwerden, Übelkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen hervorrufen kann.

Manche Kinder versuchen die Situation auch zu vermeiden, z.B. durch Weinen, Aggression, Rückzug, Schweigen oder Weglaufen.

Bei vielen Kindern setzt sich die Angststörung bis ins Erwachsenenalter fort. Mit frühzeitiger Behandlung können viele Kinder jedoch lernen, ihre Angst zu kontrollieren.

Je nachdem welche Art von Angst Ihr Kind hat, trainiere ich entweder eine ressourcengestützte Selbstbewusstseinssteigerung oder wir üben behutsam und schrittweise eine Annäherung an das angstbesetzte Objekt. Ihr Kind wird aber während der Konfrontation zu keiner Zeit überfordert sein. Wenn Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie mich gerne an.

Beinahe jeder hat es schon einmal erlebt. Man bekommt Bauch- oder Magenschmerzen vor Prüfungen oder anderen wichtigen Ereignissen, leidet an Kopfschmerzen, wenn man mit vielen Problemen konfrontiert wird, oder es wird einem übel, wenn man sich vor etwas ekelt.

An diesen Beispielen ist sehr leicht zu erkennen, dass unser Körper oftmals auf psychische Belastungen reagiert. Derartige Einzelereignisse können uns das Zusammenwirken von Psyche und körperlichen Reaktionen deutlich machen.

Bei einer ganzen Reihe von körperlichen Erkrankungen sieht man seelische Faktoren als bedeutende Ursache für die Entstehung der Krankheit. In diesen Fällen spricht man von psychosomatischen Erkrankungen.

Psychosomatische Erkrankungen sind keine eingebildeten Krankheiten!

Denn es kommt zu tatsächlichen körperlichen Schädigungen. Die Ursache dafür kann in psychischen Problemen liegen. Das bedeutet nicht, dass körperliche Leiden nur eingebildet sind. Es kommt vielmehr zu tatsächlichen körperlichen Veränderungen wie bei infektiösen oder verletzungsbedingten Erkrankungen.

Obwohl unser psychisches Empfinden Einfluss auf nahezu jede Erkrankung und deren Verlauf nehmen kann, gibt es eine Reihe von typischen psychosomatischen Erkrankungen, deren überwiegend psychische Ursachen mehrfach nachgewiesen wurden.
Kinder und Jugendliche leiden häufig an einer der folgenden psychosomatischen Erkrankungen:

  • Neurodermitis oder ähnliche Erkrankungen der Haut
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Asthma
  • Erkrankungen des Verdauungstrakts wie Magenschmerzen, Darmentzündungen, chronische Durchfälle oder Verstopfungen

Welche Bedingungen im Einzelfall zur Entstehung einer psychosomatischen Erkrankung führen, kann in vielen Fällen nicht genau geklärt werden. Meist sind mehrere Faktoren beteiligt.
Viele Forscher vertreten die Ansicht, dass Stress eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von psychosomatischen Erkrankungen spielt. Dieser wird durch eine Vielzahl belastender Ereignisse ausgelöst. Auch Angst, Wut und Hilflosigkeit können psychosomatisch Probleme begünstigen.

Besonders Belastungen im familiären Bereich wie Trennung oder Scheidung der Eltern, Verlust eines nahen Angehörigen, Geburt eines Geschwisterkindes, chronische Krankheiten oder andere plötzliche Veränderungen im Familiensystem lösen Stress-Reaktionen bei Kindern aus. Daneben bestehen aber oftmals auch vielfältige Belastungen durch schulische Anforderungen und durch soziale Beziehungen zu Gleichaltrigen.

Warum die gleichen Rahmenbedingungen aber nur bei einigen Kindern und Jugendlichen zu psychosomatischen Erkrankungen führen und bei anderen nicht, ist noch umstritten.
Möglicherweise sind genetisch bedingte Schwachstellen oder besondere körperliche Reaktionsweisen mit verantwortlich.

Die Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen setzt an mehreren Punkten an. Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten dabei meist eng zusammen. Zunächst wird in den meisten Fällen eine medizinische Behandlung zur Milderung der Symptome durchgeführt. Daneben werden – je nach Erkrankung und vermuteten Ursachen – unterschiedliche psychotherapeutische Verfahren eingesetzt. Häufig werden Entspannungsverfahren angewendet, damit die betroffenen Kinder und Jugendlichen lernen, Einfluss auf körperliche Reaktionen zu nehmen. Werden Ängste als psychische Ursache der Erkrankungen vermutet, können Verhaltens- oder tiefenpsychologisch orientierte Therapien zu deutlichen Verbesserungen der Erkrankung führen. Auch familientherapeutische Behandlungen können im Einzelfall sehr gute Erfolge aufweisen.

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Seien Sie Ihrem Kind ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner, aber verwöhnen Sie es nicht

  • Da psychosomatische Erkrankungen meist im Zusammenhang mit belastenden Erlebnissen bei den betroffenen Kindern oder Jugendlichen auftreten, ist es besonders wichtig, dass Ihr Kind in Ihnen einen vertrauenswürdigen Ansprechpartner findet, mit dem es über seine Belastungen sprechen kann.
  • Sie sollten Ihr Kind unbedingt ernst nehmen, auch wenn Sie selbst der Ansicht sind, bestimmte Belastungen, Ängste oder Befürchtungen Ihres Kindes seien gar nicht so gravierend.
  • Wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach Lösungsmöglichkeiten suchen, sollten Sie ihm Unterstützung anbieten, ohne ihm jedoch eigene Konzepte aufzudrängen.
  • Auf der anderen Seite sollten die Erkrankung und ihre Symptome nicht zum zentralen Thema in Ihrer Familie werden. Sicher gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten, bei denen die Erkrankung und ihre Beschwerden eine untergeordnete Rolle spielen.
  • Besonders wichtig für den Umgang mit psychosomatisch erkrankten Kindern und Jugendlichen ist es auch, angemessene Forderungen an sie zu stellen.
  • Sie helfen Ihrem Kind langfristig nicht, wenn Sie sämtliches Fehlverhalten durch die Erkrankung entschuldigen oder es von allen notwendigen Aufgaben befreien. Solch verwöhnendes Erziehungsverhalten könnte sogar dazu beitragen, dass die Krankheitssymptome trotz Behandlung bestehen bleiben.

Schulprobleme

Dier Lehrer Ihres Kindes bittet Sie wieder mal in die Sprechstunde. Es stört laufend den Unterricht, ärgert die anderen Kinder und die Noten sind auch nicht die besten.

Auffälliges Verhalten oder schlechte Noten können vielfältige Ursachen haben. Über- oder Unterforderung, Mobbing, familiäre Probleme, falsche Freunde, Perspektivlosigkeit oder eben auch Erkrankungen wie ADHS, Lese-/Rechtschreibschwäche, Fehlsichtigkeit oder Schwerhörigkeit. Hier muss nun der Ursache zunächst sehr gründlich auf den Grund gegangen werden. Erst dann kann erfolgreich an einem Problem gearbeitet werden.

Wenn ein Schulwechsel im Raum steht, sollten Sie diesen genau abwägen. Eine neue Umgebung mit neuen Lehrern, Schülern und Fächern birgt eine große Chance, aber auch ein ebenso großes Risiko. Hat Ihr Kind generell Probleme mit zu festen Strukturen und Stundenplänen? Dann könnten Sie den Wechsel an eine Waldorfschule erwägen. Manche Kinder können sich dort einfach besser entfalten. Hat es eher Problem mit den Fächern an sich? Dann würde vielleicht eine niedrigere Schulart helfen. In jedem Fall sollten Sie einen Schulwechsel aber unbedingt mit Ihrem Kind gemeinsam besprechen und im Fokus haben, womit Ihr Kind am glücklichsten sein wird.

Vielleicht dachten Sie bisher ja auch, Ihr Kind hätte gar keine ernstzunehmenden Schulprobleme? Plötzlich teilt man Ihnen aber mit, dass es dem Unterricht ganz oder teilweise fernbleibt.

Fragen Sie bitte genau, wann und wie oft. Sind es nur bestimmte Fächer oder steht eine generelle soziale Angst dahinter? Greifen Sie unbedingt so bald wie möglich ein. Sehr wahrscheinlich hat Ihr Kind ein Problem, mit dem es alleine nicht fertig wird. Das gilt auch dann, wenn es zwar am Unterricht teilnimmt, aber eben nur körperlich. Wenn es also ständig mit seinen Gedanken weit weg ist, wenn es alles tut, um den Unterricht zu stören oder es gar nicht mehr einsieht Hausaufgaben zu machen. Ganz klar: Gerade in der Pubertät kommen Durchhänger vor. Sie sollten aber in jedem Fall das Gespräch mit Ihrem Kind suchen. Wenn Ihr Kind schon älter ist, achten Sie bitte auch darauf, ob sich ein Umgang geändert hat oder ob es Drogen nehmen könnte. Gibt es ernste Probleme, sollten Sie gemeinsam Strategien suchen sie zu lösen. Gerne helfe ich Ihnen hier bei der Vermittlung, in der Aufarbeitung sozialer Kompetenzen oder an der Steigerung seines Selbstwertgefühls.

Schulstress

Schulstress ist ein Thema, das Eltern und Lehrer gleichermaßen beschäftigt.

Positiver Stress sorgt dafür, dass wir besondere Leistungen erbringen können, wenn es erforderlich ist. Im Gegensatz zum negativen Stress, der sich gesundheitsschädigend auf Körper und Seele auswirkt. Beim Schulstress handelt es sich leider um negativen Stress der entsteht, wenn Kinder und Jugendliche mit Situationen konfrontiert werden die sie überfordern.

Einerseits gibt es den Leistungsstress. Leistungsstress entsteht, wenn zu bestimmten Zeiten sehr viel gelernt werden muss oder wenn die Kinder und Jugendlichen den geforderten Unterrichtsstoff nicht verstehen. Er entsteht auch, wenn sich Schulkinder überfordert und unter Druck gesetzt fühlen oder wenn sie Angst vor schlechten Noten haben. Sie fürchten die Reaktionen der Eltern, aber auch die Reaktionen von Mitschülerinnen und Mitschülern, die sie für „weniger intelligent“ halten könnten. Auch das Thema „Versetzung“ in die nächste Klassenstufe ist ein Teil dieses Leistungsstresses. Erreicht ein Kind das Klassenziel nicht, hat es Selbstzweifel und Angst. Es schämt sich wegen seiner schlechten Leistungen und hat Angst, seine Freundinnen und Freunde und sozialen Kontakte in der Klasse zu verlieren.

Diesen Leistungsdruck bekommen Kinder bereits im Vorschul- und Grundschulalter zu spüren und häufig suchen sie die Schuld bei sich selbst, wenn sie schlechte Noten heimbringen. Als typisches Beispiel für Leistungsdruck im Grundschulalter ist der Übertritt in weiterführende Schulen zu nennen, der für viele Kinder und Eltern eine Situation darstellt, die in den Familien zu Stress und Konflikten führen kann. Aber unter Schulstress versteht man auch sozialen Stress, der durch verschiedene Ursachen in der Schulumgebung auftreten kann. So bedeutet es großen Stress für ein Kind, wenn es von Mitschülerinnen oder Mitschülern zum Außenseiter gemacht wird oder sich gegen sie nicht durchsetzen kann (Mobbing). Auch Schüler-Lehrer-Beziehungen, die nicht funktionieren, sind großer Stress für Kinder und Jugendliche.

Einige Kinder und Jugendliche empfinden den Leistungsdruck als so groß, dass sie körperliche und seelische Probleme bekommen.

Die häufigsten Stresssymptome bei Kindern sind:

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Essstörungen wie Appetitlosigkeit oder auch übermäßiges Essen
  • Konzentrationsprobleme
  • plötzliches Absacken der schulischen Leistungen
  • Alpträume
  • Veränderung im Verhalten wie sozialer Rückzug, vermindertes Selbstwertgefühl
  • aggressives oder depressives Verhalten

Gerade jüngere Kinder leiden häufig unter unspezifischen Bauchschmerzen, haben plötzlich Kopfweh. Dies sollte (natürlich nach vorheriger ärztlicher Abklärung) nicht mit Medikamenten behandelt werden, sondern primär als körperliche Warnsignale für Stress gesehen werden und ein entsprechendes psychotherapeutisches Anti-Stress-Training absolviert werden.

Denn da sich Stress nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche auswirkt, verschlechtert sich die kognitive Leistungsfähigkeit und damit die schulische Leistung. So wird die Schere zwischen den schulischen Anforderungen und der geringeren Belastbarkeit der Kinder durch Stress immer größer. Schlechte Noten sind nur der letzte Beweis dafür. Im schlimmsten Fall entwickeln sich Depressionen oder eine generelle Schulangst, die bis zur Schulverweigerung führen kann.

Das Wichtigste ist aber, dass Kinder von ihren Eltern nicht bestraft werden, wenn die schulischen Leistungen nicht gut sind und die Kinder dadurch eh schon unter Stress stehen und Selbstzweifel haben. In diesem Fall brauchen Kinder und Jugendliche genau das Gegenteil, nämlich Bestärkung und Motivation, um nicht noch mehr an Selbstvertrauen zu verlieren. Kinder und Jugendliche müssen das Gefühl haben, dass sie auch Fehler machen und Schwächen haben dürfen – und dass sie dann Hilfe bekommen, anstatt bestraft zu werden. Dadurch entsteht bei den Kindern ein gesundes Selbstwertgefühl, das sie weniger anfällig für Stress macht.

Gewalt und Konflikte an Schulen

Der Begriff „Gewalt in der Schule” reicht von Beschimpfen und Beleidigen über Erpressung und körperliche Übergriffe bis zu Bedrohungen mit einer Waffe oder Vandalismus. Im Zusammenhang mit Gewalt in der Schule wird seit einigen Jahren immer häufiger der Begriff „Mobbing” verwendet.

Konflikte sind absolut normal im menschlichen Zusammenleben. Die entscheidende Frage ist nur, wie die Konflikte gelöst werden können.

Auch hier kann ein Verhaltenstraining gute Erfolge erzielen. Ihr Kind lernt offener zu kommunizieren, seine Gefühle mitzuteilen sowie mehr Respekt und Einfühlungsvermögen gegenüber anderen zu haben.

Wenn das Taschengeld ist immer alle ist, obwohl sich das Kind nichts Besonderes gekauft hat, es Dinge verliert oder sich nicht mehr traut zur Schule zu gehen, könnte dies auch ein Anzeichen dafür sein, dass es erpresst wird. Fragen Sie Ihr Kind hier behutsam. Es kann sein, dass es bedroht wird und Angst hat die Situation noch zu verschlimmern. Erpressung auch unter Kindern ist kein Kavaliersdelikt – sondern eine kriminelle Handlung. Sprechen Sie auf jeden Fall die Schulleitung an.

Nur was tun, wenn Sie erfahren, dass es Ihr Kind ist, dass mobbt oder erpresst? Erfahren Sie von derartigen Vorfällen durch Lehrkräfte oder andere Eltern, müssen Sie dieses Problem sehr ernst nehmen. Zunächst ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind sprechen. Klar muss sein, dass Sie psychische und physische Gewalt nicht akzeptieren. Lassen Sie es nicht alleine mit seinen Problemen und suchen Sie sich frühzeitig externe therapeutische Hilfe.

Cybermobbing

Mobbing und Konflikte im Internet und in soziale Medien erfordern professionelles Handeln. Cybermobbing (oder auch Internetmobbing, Cyberbullying oder Cyberstalking) bedeutet das Mobben über das Internet oder das Handy. Das können persönliche Angriffe in Schriftform wie Drohungen, Beleidigungen, üble Nachrede oder die Verbreitung von Gerüchten sein. Auch das Versenden von Bildern oder Videos, die einer Person unangenehm sind oder sie bloßstellen gehört dazu. Laut Studien sind bzw. waren ca. 11% aller Kinder und Jugendlichen davon schon betroffen.

Leider sind viele Kinder gegen solche Angriffe kaum gewappnet und sehen hilflos zu, wie sich immer mehr der Mitschüler gegen sie verbünden. Die Scham und Hilflosigkeit kann so groß werden, dass es an Selbstmord denken kann.

Wenn Sie als Eltern das Gefühl haben, dass Ihr Kind etwas bedrückt, dass es sich in sich zurückzieht, bestimmte Hobbies nicht mehr ausübt, unter Schlafstörungen oder anderen körperlichen Beschwerden leidet, dann suchen Sie das Gespräch. Öffnet sich Ihr Kind soweit, und es berichtet tatsächlich von Online-Attacken, dann sollten Sie gemeinsam überlegen, was das richtige Vorgehen ist. Sichern Sie das belastende Material und versuchen Sie, falls möglich, den Bully (den Mobbenden) auf sein Verhalten anzusprechen. Fordern Sie ihn oder sie auf, die beleidigenden Inhalte zu entfernen. Finden das Mobbing im Schulkontext statt, suchen Sie das Gespräch mit der Schule.

Versichern Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit an Sie wenden kann und unterstützen Sie es im Aufbau von Selbstwert und eigener Handlungsfähigkeit. Auch hier helfe ich gerne mit geeigneten Trainingsprogrammen.

Mobbing

Mobbing ist eine Form psychischer Gewalt. Das Tückische am Mobbing ist, dass es sich um scheinbar harmlose Sticheleien handeln kann, die einzeln gesehen keine große Bedeutung haben müssen, jedoch mit Folgen.

Da wird hinter dem Rücken über eine Mitschülerin gelästert, abgewertet, gehänselt. Informationen werden nicht weitergegeben, es wird ausgegrenzt. Auch das Ablehnen von Hilfe oder auch ständiges Ausnützen kann Mobbing sein.

Innerhalb einer Schulklasse oder bestimmter Gruppierungen gelten (oft unausgesprochene) Regeln. Möchte oder kann ein Schüler oder eine Schülerin sich diesen nicht beugen, kann dies ein willkommener Anlass zur Ausgrenzung, zum Mobbing sein. Manchmal genügt auch eine Eigenheit oder Besonderheit eines Kindes. Ist das Kind vielleicht besonders gut in der Schule, kann es zum „Streber“ werden. Ist es vielleicht beim Sportunterricht eher ungeschickt, wird es leicht zum „Sportversager“ abgestempelt. Oft ist es auch der „Neue“, der in der Klasse ausgegrenzt werden. Bei beginnendem Interesse am anderen Geschlecht können Eifersucht und Rivalität ebenfalls Gründe für Mobbing sein.

Leider ist der rechtliche Begriff von Mobbing deutlich enger gesetzt, so daß man eigentlich nur von „schikanieren“ sprechen kann. Das Ergebnis ist aber leider das gleiche.

Häufig suchen die gemobbten Opfer das Problem bei sich selbst. Viele erzählen den Eltern und Lehrkräften nichts von der unerträglichen Situation. Sie schämen sich sogar noch für diese Situation und fühlen sich damit umso mehr hilflos ausgeliefert.

Nicht selten weist der gemobbte Schüler Züge auf, die ihn zum geeigneten Opfer machen:

  • Ängstlichkeit
  • Angepasstheit
  • geringes Selbstwertgefühl
  • Ungeschicklichkeit und Hilflosigkeit
  • unsicheres soziales Verhalten.

Durch die ununterbrochene Abwertung fühlt sich ein gemobbtes Kind immer hilfloser und ausgegrenzter. Sie reagieren mit Lernunlust, Schulangst, Konzentrationsstörungen, absinkenden Leistungen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Bauch- und ständig wiederkehrende Kopfschmerzen.  Das dramatische ist, dass das Kind nicht nur im schulischen Bereich als Selbstwert verliert.

Lehrer reagieren oft überrascht auf Berichte über Mobbing in ihrer Klasse. Die Vorfälle finden meist im Verborgenen statt, beispielsweise in der Pause oder auf dem Schulweg. Sie sind zwar meist sehr bemüht Mobbing erst gar nicht aufkommen zu lassen. Aber was man nicht mitbekommt, kann man auch nicht bekämpfen. Und leider findet sich auch so manche Lehrkraft, die einzelne Schüler „auf dem Kieker“ hat. Mit den entsprechenden Folgen von Schulangst bis Schulverweigerung.

Mobbingopfer sind systematisch destabilisiert worden und bedürfen meist einer professionellen Hilfe und/oder einem Klassen- bzw. Schulwechsel. Da aber wie bereits erwähnt meist eher unsichere Kinder Opfer werden, ist hier die Arbeit am Selbstwert und Selbstbewusstsein sowie Übungen zur Abgrenzung an erster Stelle zu sehen. Ich berate Sie hierzu gerne.

Sie haben Ihren 15-jährigen seit Tagen kaum noch gesehen und merken nur am Kühlschrank, dass er noch da ist? Ich denke, so geht es vielen Eltern. Jugendliche, die sich in ihrem Zimmer verbarrikadieren und Tag und Nacht am PC sitzen. Generell ist am Onlinespielen erst einmal nichts auszusetzen, wenn dies im Rahmen und unter bestimmten Bedingungen steht.

Bitte bedenken Sie auch, dass ProGamer (jprofessionelle E-Sport Gamer) mittlerweile bei Kindern und Jugendlichen einen ähnlich hohen Status wie Youtuber haben. Diese verdienen gutes Geld allein mit dem Spielen und sind für unsere Jugend bekannte mediale Vorbilder.

Wenn allerdings das Spiel der einzige Lebensinhalt wird, Ihr Kind nur noch Onlinefreunde hat und sich nach und nach aus dem richtigen Leben zurückzieht, sollte man einmal genauer hinschauen. Zum einen, was der Jugendliche da überhaupt spielt. Von cleveren Strategiespielen bis stumpfes, emotionsloses Geballer kann alles dabei sein. Hier sollten Sie frühzeitig gemeinsam mit Ihrem Kind besprechen, was es als Spiel kaufen möchte, was das Kind daran gut findet und ob Sie mit den genannten Punkten leben können. Auch ein Zeitlimit sollte schon in frühen Jahren gesetzt werden, dass es später hier nicht zu größeren Auseinandersetzungen kommen muss.

Was aber, wenn der Zeitpunkt irgendwie verpasst wurde oder man in der Erziehung hier einfach zu wenig Augenmerk darauf gelegt hat? Internetspiele sind leider oft so konzipiert, dass sie die Spieler leicht immer länger und intensiver an das Spiel binden. Jugendliche, die sowieso schon unsicher in Bezug auf ihr Ich sind, finden hier durch die Anonymität schnell Anschluss. Dass hier dem Missbrauch durch erwachsene Täter Tür und Tor geöffnet wird, sollte bedacht werden. Aber auch, dass die Möglichkeit besteht, dass sich ihr Kind immer mehr von der Wirklichkeit entfernt und so den täglichen Anforderungen von Schule und sozialem Miteinander immer weniger gewachsen ist.

Durch das positive Gefühl, immer einen virtuellen Ansprechpartner zu haben und man hier die oft vermisste Bewunderung anderer leicht erhalten kann, kann das Internet mit seinen Verlockungen schnell zur sucht werden. Dem Jugendlichen nun einfach das Spiel zu verbieten ohne Alternativen für die neu gewonnenen Freizeit zu haben, wird nicht funktionieren. Auch muss, damit es wieder mehr mit Gleichaltrigen zu tun haben will oft das Selbstbewusstsein für das reale Leben wieder aufgebaut werden.

Wenn Sie Sorgen haben, dass Ihr Kind zu viel am PC sitzt, sprechen Sie es auf Augenhöhe an und verbieten es aber nicht komplett. Legen Sie gemeinsam fest, was noch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist und was einfach zu viel des Guten ist. Achten Sie nun langfristig auf die Einhaltung der vereinbarten Zeit, sodass sich Ihr Kind daran gewöhnt. Sollte dies nicht funktionieren, sollte geprüft werden, ob bereits eine Internet-/Spielsucht vorliegt. Sprechen Sie mich gerne an und lassen Sie sich beraten.

Anpassungsstörungen nennt man Probleme, die entstehen können, wenn in einem Leben größere Veränderungen stattgefunden haben, die das Kind zu seinem damaligen Entwicklungsstand noch nicht gut verarbeiten konnte. Die Gründe können vielfältig sein: Trennung der Eltern, Migration, Krankheit oder Tod von Familienangehörigen, die neue Schule oder weil das geliebte Meerschweinchen gestorben ist. Es kann auch vorkommen, dass Sie selbst sich kaum noch an die Begebenheit erinnern, weil es für Sie bei weitem nicht so bedeutungsvoll war, wie für Ihr Kind.

Auch sehr traumatische Erfahrungen können das Leben Ihres Kindes aus der Bahn werfen. Beispielsweise wenn es einen schweren Autounfall miterlebt hat oder familiäre oder sexualisierte Gewalt miterleben musste. Selbst Kleinkinder bekommen schon deutlich mehr mit, als es Erwachsene manchmal für möglich halten.

Wenn Sie merken, dass sich Ihr Kind verändert, es vielleicht in seiner Entwicklung wieder einen Schritt zurück geht (z.B. wenn es nach längerer Trockenheit nun wieder vermehrt nachts ins Bett macht) oder es sich ungewöhnlich verhält, sollte man auch an eine Anpassungsstörung oder Traumatisierung denken.

Symptome bei Kindern und Jugendlichen können z.B. sein:

  • Schlafstörungen und Albträume
  • Trennungsangst
  • Verändertes Sozialverhalten
  • Depressionsähnliche Symptome
  • Rückzug und geistige Abwesenheit
  • Gereiztheit, Aufmüpfigkeit, Wut
  • Schuldgefühle
  • Konzentrationsschwierigkeiten, Überforderung und Schulschwierigkeiten
  • Extremes Verhalten in ähnlichen Situationen (Trigger)
  • Rückschritte in der Entwicklung
  • bei Neugeborenen: Unruhe, exzessives Schreien, Schlaf- und Fütterstörungen

Verlängerte Trauerphasen oder leichte Anpassungsschwierigkeiten gehen bei Kindern oft nach einiger Zeit von alleine wieder weg. Sollten sie aber über einen längeren Zeitraum anhalten oder Ihr Kind sehr beeinträchtigen, kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Sprechen Sie mich hierzu gerne an.

Immer wieder Hände waschen, 10x nachsehen, ob die Tür verschlossen ist – belastende Zwangshandlungen und -Zwangsgedanken sind typische Symptome einer Zwangserkrankung. Der Zwang bestimmt häufig den kompletten Alltag, er hat die Macht über die häufig unkontrollierbaren Impulse übernommen. Dinge müssen immer und immer wieder kontrolliert oder getan werden – obwohl man weiss, dass es unsinnig ist. Aber das Tun verschafft Erleichterung und Beruhigung. Zumindest kurzfristig. Bis alles von Neuem beginnt.

Zwänge sind auch bei Kindern eine häufige psychische Störung, wobei man hier auf die Intensität und das Alter achten sollte. Im Alter von fünf bis neun Jahren kann es z.B. nichts Ungewöhnliches sein, wenn Ihr Kind auf einmal nicht mehr auf die Ritzen der Gehwegsteine treten möchte oder das Stofftier nur noch links am Bett sitzen darf. Dies gehört zu dem in diesem Alter normalen magischen Denken und ist völlig unbedenklich.

Wenn Ihr Kind allerdings z.B. solche Angst vor Corona entwickelt hat, dass es sich am Tag 30x die Hände waschen muss, die Haut schon in Mitleidenschaft gezogen ist und der Schulunterricht durch gestört wird – oder jedes Messer (obwohl sauber) vor Gebrauch zwingend noch einmal abgewaschen werden muss, dann sollte man hier an eine Zwangserkrankung denken.

Zwangsstörungen müssen nicht immer nur Zwangshandlungen sein. Es kommen auch Zwangsgedanken und -impulse vor, die genauso einen Leidensdruck hervorrufen können und ebenso behandelt werden.

Damit eine Zwangserkrankung entsteht, müssen in der Regel mehrere Komponenten zusammenkommen. Man kennt verschiedene Risikofaktoren, die für sich alleine noch nicht dazu führen dass eine Erkrankung auftritt. Sie können aber die Entwicklung einer Zwangserkrankung begünstigen. Kommen mehrere Risikofaktoren zusammen die dazu führen, dass Belastungen nicht mehr bewältigt werden können, steigt die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung.

Die wichtigsten heute bekannten Faktoren sind:

  • Vererbung
  • neurobiologische Stoffwechselfaktoren
  • Erziehungsstile (z.B. übertriebene Sauberkeitserziehung)
  • prägende Ereignisse in der Lebensgeschichte
  • Persönlichkeitseigenschaften
  • Belastungen vor und während des Beginns der Erkrankung

Sollten Sie die Befürchtung haben, dass sich bei Ihrem Kind eine Zwangserkrankung festsetzen könnte, sprechen Sie mich gerne auf die möglichen therapeutischen Methoden an.

Liebeskummer – wer kennt ihn nicht?

Wenn aber die erste Beziehung auseinanderbricht und wenig andere Ressourcen zur Verfügung stehen, kann sich der anfängliche Liebeskummer bis zu einer depressiven Verstimmung steigern. Auch Selbstmordgedanken sind dann nicht selten.

Leider hilft es Ihrem Kind wenig dass Sie wissen, dass es schon irgendwann vorbei geht und es neue tolle Beziehungen geben wird. Diese erfahrung muss ihr Kind erst machen. Bis dahin ist es eine gefühlte Katastrophe.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind, wenn es dafür bereit ist und beobachten Sie sein Verhalten genau. Zieht es sich ähnlich wie bei einem Trauma oder einer Anpassungsstörung über mehr als ein paar Wochen zurück oder ändert sein Verhalten grundlegend, sollte der Verlust aufgearbeitet werden. Denn hier liegen meist noch tiefere Probleme vor, wie z.B. ein niedriger Selbstwert oder auch Coabhängigkeitstendenzen.

Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen. Sie müssen behandelt werden und je eher die Behandlung beginnt, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg. Eine Behandlung zielt sowohl auf ein gesundes Essverhalten ab als auch auf ein grundlegendes Training von Selbstwert, adäquatem Leistungsanspruch und der gesunden Abgrenzung von den Eltern. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Haus- bzw. Facharzt ist notwendig, da unter anderem die Blut- und Hormonwerte verändert sein können und sich Herzrhythmusstörungen einstellen können.

Bei den Essstörungen gibt es verschiedene Formen:

Die Anorexie (Magersucht), die Bulimie (Ess-/Brechsucht), ein anfallsartiges übermäßiges Essen (Binge Eating Disorder) und neuerdings auch die Orthorexie (zwanghaft gesund essen). Allen ist gemein, dass sie ähnlich wie bei einer Sucht nur sehr schwer ohne fremde Hilfe gestoppt werden können.

Typisch für alle Essstörungen ist:

  • Probleme mit dem Essverhalten
  • Die Gedanken kreisen ständig um das Essen
  • Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper
  • Sorgen um Gewicht und Essen
  • sozialer Rückzug
  • oft sehr hoher Leistungsanspruch, Perfektionismus
  • geringer Selbstwert
  • Kontroll- und Abgrenzungswünsche

Unsere Wohlstandsgesellschaft neigt durch falsche Ernährungsgewohnheiten und mangelnde Bewegung eher zu Übergewicht. Das herrschende Schönheitsideal fordert jedoch den schlanken und durchtrainierten Körper. Hinzu kommt, dass Übergewichtige, insbesondere junge Menschen als träge, willensschwach und wenig leistungsbewusst gelten, sodass sie auch tatsächlich — zum Beispiel im Berufsleben — oft schlechtere Chancen haben. So wundert es nicht, dass immer häufiger der Versuch unternommen wird, dem durch eine Steuerung bzw. Kontrolle des Essverhaltens entgegenzuwirken. Bei den Essstörungen im medizinischen Sinn nimmt dieses reglementierende Essverhalten immer zwanghaftere Züge und Formen an.

Merkmale der Magersucht

  • Untergewicht und abgemagerte Figur
  • verzerrte Wahrnehmung der eigenen Figur
  • große Angst vor Gewichtszunahme
  • extrem vom Gewicht abhängiges Selbstwertgefühl
  • häufig ist eine geringe Krankheitseinsicht vorhanden
  • Ausbleiben der Menstruation oder Störung der Potenz bei Jungen und Männern

Merkmale der Bulimie (Ess-Brech-Sucht)

  • Meist unteres Normalgewicht und sehr schlanke Figur
  • Heißhungerattacken werden mit Mengen an kalorienreicher Nahrung gestillt, die danach häufig erbrochen wird
  • Ersatzhandlungen zur Vermeidung von Gewichtszunahme wie zum Beispiel exzessiver Sport oder Einnahme von Abführmitteln
  • Heißhungerattacken, Erbrechen und Ersatzhandlungen werden mindestens zweimal pro Woche über mindestens drei Monate beibehalten
  • ausgeprägte Abhängigkeit des Selbstwertgefühls von Gewicht und Figur

Merkmale der Esssucht

  • Wiederholte Phasen von Heißhungerattacken
  • diese treten gemeinsam mit mindestens drei der folgenden Symptome auf:
    • schnelles Hineinschlingen der Nahrung
    • Essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl
    • Essen großer Mengen ohne Hungergefühl
    • heimliches Essen aus Scham über die Mengen
    • Ekelgefühle, Deprimiertheit, Schuldgefühle wegen des Kontrollverlusts und der Menge des Essens
  • die Heißhungerattacken treten an mindestens zwei Tagen in der Woche über sechs Monate auf.

Merkmale der Orthorexie

Bei Orthorexie handelt es sich um ein krankhaftes Essverhalten, das nicht mit gesunder Ernährung zu verwechseln ist.

Derzeit gibt es noch keine anerkannten Diagnosekriterien. Folgende Verhaltensweisen sind aber zu beobachten:

  • Fixierung auf nur gesunde Nahrungsmittel
  • Immer strenger werdende Auswahlregeln gesunder Lebensmittel
  • Angst durch ungesunde Lebensmittel krank zu werden
  • Lebensmittel müssen möglichst gesund sein (Selbstanbau, nur bio, Direktverkauf etc.)
  • Starke Ähnlichkeit zu Zwangsstörungen
  • Missionsartiges Überzeugen anderer
  • Geringes Selbstwertgefühl

Folgen von Essstörungen:

Organisch-medizinische Nebenwirkungen machen sich durch Zahnkaries und Drüsenschwellungen im Gesicht, durch Herz-Kreislaufstörungen, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, durch Stoffwechsel- und Hormonstörungen, Hautveränderungen, Diabetes, Nierenschädigung und im Nervensystem bemerkbar.

Dazu kommt häufig noch die Einnahme von Arzneimitteln zur Unterstützung des Fastens bzw. zur Entleerung des Körpers, auch kombiniert mit Psychopharmaka zur Aufrechterhaltung des Leistungsvermögens.

Dabei sind insbesondere bei der Magersucht nicht nur die Mangel- und Folgeerscheinungen zu diagnostizieren, sondern durch extremes Untergewicht oft auch eine akute Lebensbedrohung. Unterschreitet das Gewicht eine bestimmte Grenze, erfolgt eine Zwangseinweisung, u.U. mit Zwangsernährung.

Typisch für alle Formen ist auch die zunehmende Einengung des Alltags auf das Essen bzw. seine Vermeidung, sodass über kurz oder lang auch die Alltagsverpflichtungen und sozialen Beziehungen vernachlässigt werden oder am Ende nicht mehr aufrechterhalten werden können.

Da an der Entstehung viele Faktoren beteiligt sind ist es nicht zielführend, wenn sich der Betroffene oder dessen Eltern Schuldvorwürfe machen. An einer Essstörung Erkrankte benötigen oft eine langfristige psychotherapeutische Unterstützung, ist dann aber mit gutem Erfolg behandelbar. Wenn möglich wird nach einiger Zeit die Familie systemisch mit in den therapeutischen Prozess einbezogen.

Wenn Kinder oder Erwachsene zappelig, unkonzentriert, chaotisch und unkontrolliert impulsiv oder auch ständig verträumt sind, kann eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) die Ursache der Probleme sein. Früher sprach man schlicht vom „Zappelphilipp“.

Bei ADS (also ohne Hyperaktivität) zeigen Kinder vorwiegend Probleme mit der Aufmerksamkeitssteuerung. Sie sind ruhig und scheinbar unauffällig, haben aber in der Schule große Schwierigkeiten, da sie sich leicht ablenken lassen und nur schwer konzentrieren können.

ADHS ist keine moderne Zivilisationskrankheit, wie früher oft angenommen wurde. Sie wird nicht durch falsche Erziehung, schlechte Ernährung oder exzessiven Medienkonsum verursacht. Diese Faktoren können zwar einen ungünstigen Einfluss auf die Erkrankung haben, sind jedoch nicht die eigentliche Ursache. Sie  gehört zu den häufigsten psychischen Störungen in der Kindheit und gilt als angeborene Störung, die sich schon vor dem sechsten Lebensjahr bemerkbar macht.

Die Erkrankung kann unter Umständen ein Leben lang bestehen bleiben. Daher wird hier vorwiegend eine Verhaltenstherapie durchgeführt, damit die Kinder lernen, mit Ihren Symptomen besser umzugehen und sie zu kontrollieren. Auch die Eltern werden im spezifischen Umgang mit Ihren Kindern geschult.

ADHS bleibt als ADS häufig bis ins Erwachsenenalter bestehen, da die Hyperaktivität mit dem Älterwerden oft abnimmt. Unbehandelt drohen allerdings gravierende Folgen für das berufliche und private Leben.

Die 3 Kernsymptome der AD(H)S sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, bei manchen auch Verträumtheit (ADS). Die Kinder sind oft auch unorganisiert und zeigen emotionale Symptome (z. B. schnelle Stimmungswechsel oder verminderte Belastbarkeit bei Stress).

Typische Stärken von Menschen mit ADHS sind Kreativität, Hilfsbereitschaft, Einsatzbereitschaft, Feinfühligkeit/Sensibilität.

AD(H)S-Symptome

ADHS-Symptome äußern sich bei Säuglingen, Kleinkindern, Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedlich:

Frühe Anzeichen beim Säugling
Eine sichere Diagnose von ADHS ist im Säuglingsalter noch nicht möglich. Forscher haben in Langzeitstudien allerdings einen Zusammenhang zwischen ADHS und sogenannten Regulationsstörungen gefunden. Babys mit Regulationsstörung schreien oft und lang, schlafen schlecht und lassen sich manchmal nur schwer füttern. Sie sind zudem sehr unruhig und wirken oft schlecht gelaunt. Manche Säuglinge, die später im Leben ADHS entwickeln, lehnen Körperkontakte ab. Ein solches Verhalten kann allerdings auch auf ganz anderen Ursachen beruhen. Nur ein Drittel der Babys, die solche Verhaltensweisen zeigen, erhalten später die Diagnose ADHS.

ADHS-Symptome im Kleinkindalter
Auch bei Kleinkindern ist ADHS nur schwer zu erkennen. Ein ADHS-Kleinkind schreit in der Regel sehr viel, hat keine Lust zu spielen und nur eine geringe Fähigkeit zur Aufmerksamkeit. Typische ADHS-Symptome sind in diesem Alter ausgeprägte motorische Unruhe und Rastlosigkeit.

Soziale Probleme: ADHS belastet das Kind und seine Eltern oft gleichermaßen. Die Kinder finden durch ihr störendes Verhalten nur schlecht Anschluss. Sie haben Probleme, sich mit anderen Kindern anzufreunden.

Schlechte Konzentrationsfähigkeit: Kleinkinder mit ADHS haben große Schwierigkeiten, sich längere Zeit auf eine ruhige Aktivität zu konzentrieren. Nach kurzer Zeit wechseln sie von einem Spiel zum nächsten. Folge ihres unberechenbaren Verhaltens können auch häufigere Unfälle sein.

Ausgeprägte Trotzphase: Auch die Trotzphase verläuft heftiger als bei anderen Kindern. ADHS-Kinder platzen oft mitten in Gespräche hinein. Manche strapazieren die Geduld ihrer Eltern, indem sie ständig Geräusche produzieren.

Auffälliger Spracherwerb: Der Spracherwerb bei Kleinkindern mit ADHS geschieht entweder auffallend früh oder verzögert.

Mangelnde Bewegungskoordination: Der Umgang mit Bastelwerkzeugen ist für viele Kinder mit ADHS aufgrund ihrer mangelnden fein- und grobmotorischen Koordination schwierig.

ADHS-Symptome im Grundschulalter
Häufige ADHS-Symptome bei Grundschulkindern sind eine geringe Frustrationstoleranz und Wutanfälle, wenn Dinge nicht nach ihrem Willen laufen. Ständiges Reden und unpassende Mimik und Gestik sind weitere Symptome. ADHS äußert sich auch durch Ungeschicklichkeit und häufige Unfälle beim Spielen. Die Kinder leiden unter den Auswirkungen der Störung und haben meist ein geringes Selbstbewusstsein.

Auch können sie sich nur schwer an Regeln halten. In der Schule gelten sie daher oft als Nervensägen. Sie sprechen übermäßig viel und fallen anderen ins Wort. Aufgaben lösen sie langsam und unsystematisch, zudem sind sie schnell ablenkbar und vertragen kaum Frustrationen. All das macht sie zu Außenseitern.

Für die Lehrer sind ADHS-Anzeichen wie das Stören im Unterricht und die starke Ablenkbarkeit eine Herausforderung. Nicht jedes betroffene Kind zappelt ständig, aber alle Kinder mit dem ADHS-Syndrom fallen aus dem Rahmen.

In vielen Fällen haben die Kinder eine Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche. Diese ADHS-Symptome erschweren es den Kindern, in der Schule mitzuhalten. Hinzu kommt, dass ihre Schrift oft schlecht leserlich und ihr Ordnungsverhalten chaotisch sind.

ADHS-Symptome im Jugendalter
Jugendliche mit ADHS sind weiterhin unaufmerksam und entwickeln oft eine Null-Bock-Mentalität. Sie verweigern erforderliche Leistungen und flüchten sich in eine aggressive Anti-Haltung. Bis zu einem gewissen Grad sind solche Verhaltensweisen in der Pubertät zwar ohnehin nicht unüblich, bei ADHS sind diese jedoch deutlich ausgeprägter.

Jugendliche mit ADHS neigen zu risikoreichem Verhalten und fühlen sich häufig zu sozialen Randgruppen hingezogen. Oft spielen dabei Alkohol und Drogen eine Rolle. Viele leiden unter einem geringen Selbstbewusstsein, manche erleben starke Ängste und auch Depressionen. Es gibt aber auch Jugendliche, bei denen sich die Symptome verbessern – Unruhe und Impulsivität nehmen ab. Hier kommt ihnen eine frühzeitige Psychotherapie zugute.

ADHS im Erwachsenenalter

Bei etwa 40 Prozent der Kinder, die unter ADHS leiden, bleibt die Krankheit lebenslang bestehen. So leiden in Deutschland auch etwa zwei Millionen Erwachsene an ADHS oder ADS.

Allerdings verändert sich das Erscheinungsbild der Störung. In der Pubertät verliert sich die überschießende Motorik meist. In den Vordergrund treten dann Schusseligkeit, Vergesslichkeit oder Unorganisiertheit. Auch Symptome wie impulsives Verhalten und unüberlegte Handlungen sind weiterhin vorhanden. Problematisch ist, dass ADHS im Erwachsenenalter häufig nicht erkannt wird. Die Symptome bestehen dann schon so lange, dass sie als Teil der Persönlichkeit wahrgenommen werden.

Wird die Störung nicht behandelt, kann das für die Betroffenen gravierende Auswirkungen auf soziale Kontakte, berufliche Laufbahnen und die Lebenszufriedenheit haben. Durch ihre Impulsivität und unüberlegtes Handeln gehen sie oft unnötige Risiken ein und schaden sich selbst. Häufig treten dann zusätzliche psychische Erkrankungen auf wie zum Beispiel Depressionen, Angststörungen, Substanzmissbrauch oder Leistungseinschränkungen.

ADHS kann auch Vorteile mit sich bringen

ADHS kann auch positive Seiten haben. Menschen mit ADHS sind geistig oft sehr beweglich und können äußerst kreativ sein. Finden sie eine Aufgabe, die sie begeistert, sind sie hoch motiviert und ausgesprochen leistungsfähig. In dem Fall können sie ihre volle Aufmerksamkeit auf eine Sache richten. Gelingt es ihnen, den ADHS-typischen Ideenreichtum zu steuern und zu nutzen, können sie sehr erfolgreich sein!

Außerdem haben sie einen guten Zugang zu ihren Gefühlen und gelten als sehr hilfsbereit. Auch ihr Gerechtigkeitssinn ist stark ausgeprägt. Trotz der vielen Schwierigkeiten, die Menschen mit ADHS aufgrund ihrer Symptome haben, finden sie oftmals erstaunliche Wege, damit zurechtzukommen.

Therapie bei AD(H)S

Das Ziel der ADHS-Therapie ist es, Ihrem Kind eine normale Entwicklung und ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Leider gibt sich eine AD(H)S-Erkrankung nicht von alleine. Doch mit einer individuell zugeschnittenen Therapie und viel Geduld lässt sich einiges erreichen. Die gut abgestimmte Zusammenarbeit aller Beteiligten ist für den Erfolg entscheidend.

Folgende Bausteine sind für die erfolgreiche ADHS-Behandlung von Kindern wichtig:

  • Aufklärung und Beratung von Kind und Eltern
  • Elterntraining, Miteinbeziehen der Familie (einschließlich Familientherapie), um die Symptomatik im familiären Umfeld zu vermindern
  • Kindergarten/Schule: Zusammenarbeit mit Erziehern und Lehrern
  • Ab dem Schulalter eine Verhaltenstherapie, um impulsives und unorganisiertes Verhalten kontrollieren zu lernen
  • Je nach Schweregrad eine medikamentöse Therapie zur Symptomverminderung

Sehr bewährt hat sich die Kombination aus Medikamenten, Verhaltenstherapie und Elterntraining. Welche Bausteine eingesetzt oder kombiniert werden, hängt vom Alter des Kindes und der Ausprägung des ADHS ab.

Therapie im Vorschulalter

Im Vorschulalter stehen vor allem das Elterntraining sowie die Aufklärung des Umfeldes über die Störung im Vordergrund. Eine kognitive Therapie ist in diesem Alter noch nicht möglich. Haben die Kinder Schwierigkeiten, längere Zeit bei einer Sache zu bleiben, kann ein Spieltraining diese Fähigkeit fördern.

Experten warnen davor, bereits Vorschulkinder mit Medikamenten gegen ADHS zu behandeln. Es ist unklar, wie sich die Medikamente auf die Entwicklung der Kinder auswirken. Für den Einsatz von Methylphenidat bei Kindern unter sechs Jahren liegen bisher nur wenige Erfahrungen vor.

Therapie im Schulalter

Für Schulkinder und Jugendliche sind die Aufklärung und Beratung der Kinder und Eltern sowie das Elterntraining die Grundlage der Therapie. Eine wichtige erste Maßnahme ist das sogenannte Selbstinstruktionstraining. In einer sprachlichen Selbstanweisung geben sich die Kinder ihre nächsten Handlungsschritte vor.

Das Motto „Erst handeln, dann denken“ wird so umgekehrt zu „Erst denken, dann handeln“. Die Fähigkeit, sich selbst konkrete Anweisungen zu geben, stärkt die Selbstkontrolle und hilft, das eigene Verhaltens zu überdenken. Ist das Kind trotz Therapien und Training extrem unruhig oder aggressiv, können zusätzlich Medikamente sinnvoll sein.

Folgen einer unbehandelten AD(H)S-Erkrankung

Für Menschen mit ADHS sind die richtige Diagnose und eine passende Behandlung essenziell, da sie sonst schwerwiegende Probleme in der Schule oder im Beruf sowie im sozialen Kontakt haben.

  • Manche schaffen die Schule nicht oder erlernen einen Beruf, der nicht ihren geistigen Fähigkeiten entspricht.
  • Es fällt einigen schwerer soziale Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
  • Das Risiko in der Jugend straffällig zu werden ist deutlich erhöht.
  • Sie erleiden häufiger Unfälle, darunter auch schwere.

Für Menschen mit ADHS besteht zudem ein hohes Risiko, weitere psychischen Störungen zu entwickeln. Dazu gehören

  • Entwicklungsstörungen
  • Lernstörungen
  • Störungen des Sozialverhaltens,
  • Tic-Störungen und das Tourettesyndrom
  • Angststörungen
  • Depressionen

Medikamente in der ADHS-Behandlung

Da die medikamentöse Behandlung bei ADHS sehr kontrovers diskutiert wird und fast alle Eltern große Vorbehalte haben, möchte ich hierzu auch meine Meinung vertreten:

Grundsätzlich sollte man Kindern natürlich keine Medikamente geben, wenn sie nicht wirklich notwendig sind. Daher sollten Sie sich zunächst einmal fragen, wie ausgeprägt die Symptome Ihres Kindes sind. Kommt es noch gut in der Schule mit und hat auch Freunde in der Klasse? Wie anstrengend ist Ihr Kind zu Hause? Wenn Sie diese Fragen ehrlich positiv beantworten können, müssen Medikamente nicht unbedingt sein und eine psychotherapeutische Behandlung genügt.

Nur was ist, wenn Ihr Kind eine schwerere Symptomatik zeigt?

Medikamente helfen meist gut bei den Symptomen, die sonst erhebliche Schwierigkeiten im Alltag verursachen würden. Bei starken Verhaltensproblemen schaffen sie oft erst die Voraussetzung für eine Verhaltenstherapie.

Medikamente können die Störung zwar nicht heilen und haben gerade am Anfang eventuell auch Nebenwirkungen wie z.B. leichte Kopf- oder Bauchschmerzen. Diese vergehen aber nach einer Eingewöhnungszeit meist rasch und das Medikament wird dann gut vertragen. Mit ihnen hat Ihr Kind aber die Möglichkeit, sowohl am sozialen Leben als auch im schulischen Kontext deutlich leichter und besser mitzukommen.

Ich kann sehr gut verstehen, dass Sie das Beste für Ihr Kind wollen. Da hört sich eine dauerhafte Medikamentengabe nicht danach an. Allerdings darf man nicht vergessen, wie diese Kinder unter ihrem eigenen Verhalten leiden und wie schwer es für sie ist, sich gegen ihre ihnen gegebene Impulsivität zu wehren. Auch sind die oben genannten Risiken einer Nicht-Behandlung nicht zu unterschätzen. Wenn man nun die Möglichkeit hat, ein normaleres Verhalten zeitweise künstlich zu erzeugen und somit die Chance auf ein beruflich und privat erfülltes Leben zu bekommen, sollte man noch einmal vorurteilsfrei über Vor- und Nachteile nachdenken. Und haben sich die ADHS-Symptome mit Hilfe der Medikamente und der Psychotherapie über einen längeren Zeitraum deutlich gebessert, können die Medikamente möglicherweise auch wieder abgesetzt werden. Ihr Kinderarzt bzw. ein Psychiater kann Sie hier gut über die Chancen, Risiken und Indikation beraten.

Meines Erachtens ist aber immer noch eine längerfristige Psychotherapie mit Elternberatung die hilfreichste Methode, um Ihrem Kind die besten Möglichkeiten auf ein glückliches Leben zu geben.

Gerne kann ich Ihnen hier ein erstes Beratungsgespräch anbieten, in dem ich Ihnen die Herangehensweise in einer Psychotherapie sowie der Elternberatung erkläre.

Wut und Aggression gehören zum natürlichen Verhaltensrepertoire des Menschen. Man sollte sie innerhalb eines gewissen Rahmens ausdrücken können und dürfen. Dies gilt auch und im Besonderen für Kinder. Bei ihnen kann es unterschiedliche Gründe haben, wenn sie ein aggressives Verhalten zeigen. Anders als häufig gedacht, ist nicht immer eine schlechte Erziehung daran schuld.

Kindern (vor allem kleineren) fehlt die Möglichkeit, sich über ihre Gedanken und Gefühle zu äußern. Fühlen sich Kinder überfordert, missachtet oder verletzt, reagieren sie häufig mit aggressivem Verhalten. Der Wut Ausdruck zu verleihen hilft ihnen, Spannungen abzubauen.

Aber auch Sticheln, Kritisieren, ins Lächerliche Ziehen und Herabsetzungen gehört, wenn auch verdeckt, zu den Aggressionen.

Mögliche Faktoren für Aggressionsverhalten

  • Epilepsie, Frontallappenschäden
  • Vitamin B-12 Mangel
  • eingeschränkte Sprachentwicklung
  • Autismus
  • ADHS
  • Schizophrenie
  • Seelische Belastungen wie Stress, Angst, ungelöste Konflikte
  • Armut
  • genetische Prädisposition
  • Vorbildverhalten und Erziehung der Eltern
  • Suche nach Grenzen bei zu kooperativer Erziehung
  • Überforderung, Stress
  • Emotionale Überforderung bei Wut, Unsicherheit, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Enttäuschung, Missachtung oder Ungerechtigkeit
  • Neid auf Geschwister
  • Vernachlässigung
  • Misshandlung
  • Gewalterfahrungen oder Mobbing unter Gleichaltrigen
  • Peer Group Verhalten, „falsche Freunde“
  • Drogen, Alkohol
  • Realitätsverlust durch exzessives Gaming (Egoshooter) bei psych. Unreife

Wie reagieren?

Bei jüngeren Kindern muss zunächst noch geübt werden, Emotionen richtig zu benennen und ihnen ihren Stellenwert zu geben. Wenn ein Kind z.B. sein Spielzeug kaputt gemacht hat und es wütend in die Ecke wirft, gehen Sie hin und sagen etwa : „Jetzt bist du aber wütend, dass es kaputt gegangen ist. Das kann ich gut verstehen“. Helfen Sie ihm dann, Lösungsmöglichkeiten zu finden, beispielsweise dass Sie helfen können, es zu reparieren.

Bei älteren Kindern ist zu unterscheiden, ob es sich um eine krankhafte Reaktion handelt. Tut es dies nicht, bleiben Sie konsequent und sprechen mit Ihrem Kind darüber, wenn es sich wieder beruhigt hat. Bleiben Sie unbedingt auf der Sachebene und laden Sie das Gespräch nicht emotional auf. Hierzu berate ich Sie gerne.

Wenn Ihr Kind allerdings krankheits- oder entwicklungsbedingt sein Handeln entweder nicht bewusst ist oder es einfach nicht anders handeln kann, sollten Sie über eine psychotherapeutische Unterstützung nachdenken. Leidet Ihr Kind beispielsweise an ADHS, schätzt es seine Handlungen und Entscheidungen sowie die Folgen nicht richtig ein. Kinder mit dieser Verhaltungsstörung haben außerdem eine schlechte Entscheidungsfindung. Das Verhalten ist vom Kind selbst keineswegs „aggressiv“ gemeint, wird aber meistens so interpretiert.

Bei einer echten Aggressionsstörung reicht bloße Beratung allerdings meist nicht mehr aus. Hier sind ein spezielles Training zur Konfliktbewältigung für Sie und eine Verhaltenstherapie für Ihr Kind erforderlich.

Wichtige Hinweise auf echte Aggressionsprobleme sind z.B. wenn es:

  • ständig in Raufereien verwickelt ist
  • keinerlei Einfühlungsvermögen in andere Kinder oder auch Tiere zeigt
  • nicht vor Verletzungen anderer Kinder und/oder sich selbst zurückschreckt
  • die Kontrolle über sich verliert und mit dem Prügeln auch dann nicht aufhört, wenn sein Gegenüber bereits aufgegeben hat.

Wenn Ihr Kind schon über einen längeren Zeitraum zu gewalttätigem Verhalten neigt, sollte die Abklärung einer echten Aggressionsstörung und ihrer tieferliegenden Ursachen in Angriff genommen werden. Auch sollten Sie sich Hilfe suchen, wenn Sie befürchten mit den Aggressionsproblemen Ihres Kindes nicht mehr allein zurecht zu kommen oder sich dabei überfordert fühlen.

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Hochsensibilität – Segen oder Fluch?

Auch, wenn es ein häufiger Irrglaube ist: Hochsensibilität keine Krankheit!

Sie ist eine Charaktereigenschaft und ca. 20% aller Menschen weltweit sind in mindestens einem Teilbereich hochsensibel.

Ähnlich wie bei der Hochbegabung zeichnen sich hochsensible Kinder oft durch genaueres Beobachten, vermehrtes Wahrnehmen und tieferes Nachdenken aus. Auf der anderen Seite überfordert sie diese Durchlässigkeit oft und sie müssen sich zurückziehen und brauchen Ruhe als andere Kinder.

Damit ein Kind mehr wahrnehmen kann, müssen seine „Kanäle“ offener sein. Dieses hohe Empfindungsvermögen wird von einem hochsensiblen Kind oft als störend wahrgenommen. Dann ist es ihm in der Kita zu laut, der Film zu traurig, die Strumpfhose zu kratzig. Dabei gehören aber auch übergroße Freude, eine sehr lebhafte Fantasie und sehr tiefe Bindungen dazu – und das kann sehr bereichernd sein.

Wichtig ist bei all dem: Ein sehr hohes Empfindungsvermögen ist keine Krankheit. Es geht darum, diese Eigenschaft anzunehmen, mit den negativen Seiten auszukommen und die positiven Seiten hochsensibler Kinder anzuerkennen und zu fördern.

Mögliche Merkmale hochsensibler Kinder

  • Sie haben intensive Gefühlsempfindungen sowie lange und tiefe emotionale Reaktionen (z.B. Tod eines Haustiers, eine schlechte Note, ein Streit, etc.).
  • Sie sind sehr empathisch und mitfühlend, erkennen Stimmungen sehr gut und haben eine gute Intuition. Dadurch können sie manchmal nicht unterscheiden, wo sie aufhören und jemand anderes anfängt. Daher sind sie schnell erschöpft, wenn Interaktion mit vielen anderen Menschen stattfindet.
  • Äußerungen anderer werden oft hinterfragt, sie fühlen sich leicht angegriffen, nehmen Kritik sehr ernst und vertragen sie nicht gut.
  • Schüchternheit ist nicht automatisch gegeben, Hochsensible sind eigentlich sehr soziale Menschen. Schüchternheit passiert aber tendenziell häufiger, da Hochsensible im frühen Kindesalter oft negative Erfahrungen mit anderen machen (wegen erhöhter Verletzlichkeit) und sich daher lieber zurückziehen.
  • Können sich manchmal nur schwer entscheiden, denken lange vor Entscheidungen nach.
  • Sie bestrafen sich oft selbst: Selbstvorwürfe, Ärger über Fehler, alles wird als schlimmer empfunden als es ist (z.B “Ich hätte noch mehr lernen sollen.”), oft übersteigerter Selbstanspruch und unzufrieden mit sich selbst.
  • Sie sind sehrlärmempfindlich, nehmen oft Geräusche wahr, die sonst niemand mitbekommt. Stille ist für Hochsensible sehr wichtig.
  • Sie sind kreativ und haben ein gutes Auge für Details, Farben und Formen. Oft sind sie musikalisch, Mathematik und Naturwissenschaften sind oft ihre Lieblingsfächer. Sie sind oft sehr wissensdurstig und weitsichtig.
  • In der Klasse sind sie meist unauffällig und pflegeleicht – außer, sie werden ständig überreizt.
  • Sie sind sehr häufig gute Schüler und liegen über dem Klassenniveau.
  • Leistungsdruck und Druck generell blockieren das Kind.
  • Reizreduktion ist ein lebenslanges Thema

Die Abgrenzung zu AD(H)S

  • Auch bei der Hochsensibilität sind die Reizfilter schwach. Doch Ruhe hilft.
  • Das hochsensible Kind ist nicht impulsiv, sondern sehr überlegt.
  • Es hat eine gute Selbststeuerung und weiß, was es möchte und was nicht.
  • Es denkt über Entscheidungen genau nach.
  • Es kann sich gut im ruhigen Umfeld konzentrieren und ermüdet durch die hohe, emotionale Aufnahmefähigkeit schnell.
  • Das hochsensible Kind setzt seine Prioritäten richtig.
  • Nach Ablenkung weiß das Kind immer noch, was es vorher machen wollte/sollte.
  • Konsequenzen von Handlungen zu verstehen, bereitet dem hochsensiblen Kind keine Probleme. Im Gegenteil, es denkt oft zu viel darüber nach.
  • Durch Ruhe wird das überdrehte, überreizte Kind wieder ruhig und konzentriert.
  • ADHS-Medikamente bringen keine Verbesserung.

Umgang mit den fünf Formen der Hochsensibilität

Im Wesentlichen gibt es fünf verschiedene Formen der Hochsensibilität: Gesteigerte psychomotorische, sensorische, intellektuelle, imaginäre und emotionale Empfindsamkeit.

Erhöhtes psychomotorisches  Empfindungsvermögen

Eine hohe (psycho-)motorische Sensibilität äußert sich z.B. früh in schnellem Sprechen, in einer Vorliebe für schnelle Sportarten oder das ständige „Nochmal rutschen!“ auf dem Spielplatz. Weitere Anzeichen sind eine deutliche Begeisterungsfähigkeit, Schauspielern, zwanghaftes Reden und Plaudern, impulsive Handlungen, manchmal auch nervöse Angewohnheiten wie Nägelkauen oder Tics.

Aktion, Bewegung, Machen – oft reicht es, wenn man den Raum schafft, dass das Kind sich hier ausleben kann. So kann sich auch ein sportliches Talent gut entwickeln.

Erhöhtes sensorisches  Empfindungsvermögen

Gerüche oder Geräusche können von hochsensiblen Kindern wesentlich intensiver wahrgenommen werden. Zum Teil kommt es zu Reaktionen auf bestimmte Textilien (z.B. Wolle) oder auch zu extremer Abneigung bestimmter Nahrungsmittel. Viele Kinder ertragen keine hohe Lautstärke, vor allem im Kindergarten oder der Schule, wo sie nicht fliehen können.
Kinder mit einer sensorischer (Über-)Empfindlichkeit sind auf der anderen Seite oft sehr genussfähig und zeigen häufig eine ausgeprägte Wertschätzung für schöne Objekte, Farben und Texte.

Genuss-Momente wie Waldgeruch, Musik hören oder gestreichelt werden lassen sich oft mit einfachen Mitteln erreichen und Ihr Kind wird sich freuen, wenn es etwas extra „Quality Time“ mit Ihnen bekommt.

Erhöhtes intellektuelles Empfindungsvermögen

Eine intellektuelle Sensibilität äußert sich oft schon im Kita-Alter. Ihr Kind stellt früh untersuchende und testende Fragen oder kann sich in langen Phasen von Konzentration und Ausdauer mit neuen Inhalten beschäftigen. Hier ist eine große Ähnlichkeit zur klassischen Hochbegabung zu sehen.
Intellektuelle Sensibilität zeigt sich oft in leidenschaftlichem Lesen, in detailliertem Planen und Organisieren. Das Denken geht nicht nur schneller, sondern auch tiefer. Sie  schließt moralische und intuitive Aspekte ein und geht somit über die rein kognitiver Intelligenz hinaus.

Bieten Sie hier Ihrem Kind an, was es interessiert. Auch wenn vielleicht die Altersempfehlung über dem des Kindes liegt.

Erhöhtes imaginäres  Empfindungsvermögen

Diese hohe Sensibilität ist eng verbunden mit Kreativität. Sie träumen komplex und sind anfällig für Albträume. Tun Sie die Fantasie-Monster nicht einfach ab, sondern erfinden Sie gemeinsam eine Fantasie-Verteidigung.
Manchmal haben hochsensible Kinder schnell Angst vor Unbekanntem, da für sie vieles vorstellbar ist, aber emotional noch nicht verarbeitet werden kann. Da werden z.B. Krankheiten oder der Tod sehr bildlich als Monster dargestellt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über solch gemalte Bilder. Dann ist es mit seiner Vorstellung nicht alleine.
Viele zeigen einen ausgeprägten Sinn für Humor und denken sich unsinnige Geschichten aus. Wenn Kinder diese Geschichten aufschreiben, dann kann das eine Art Geschichten-Tagebuch werden. Viele berühmte Autoren haben so angefangen.

Erhöhtes emotionales  Empfindungsvermögen

Die hohe emotionale Sensibilität ist wahrscheinlich die wichtigste der fünf genannten Aspekte. Sie drückt sich in der Fähigkeit zu emotionaler Intensität, Sensibilität und Empathie aus. Diese Zuneigung und emotionale Bindung zu anderen zeigt sich oft auch gegenüber Tieren. Häufig erleben sich Kinder mit emotionaler Sensibilität, als wäre etwas mit ihnen nicht in Ordnung, da sie von Inhalten betroffen sind, an denen andere sich nicht stören. Es hilft ihnen nicht, sie nur als zu sensibel zu bezeichnen, sondern sie brauchen Hilfe, um ihre Emotionen schätzen und nutzen zu lernen.

Kinder mit emotionaler Sensibilität identifizieren sich oft mit den Gefühlen anderer. Sie können sich mit anderen mitfreuen oder mit ihnen mitleiden. Dies äußert sich oft in tiefen Freundschaften, weil sie sich ganz auf die Gefühle von Freunden einlassen. Dies hängt eng zusammen mit der interpersonellen Intelligenz. Auch zu ihren eigenen Gefühlen haben Kinder mit hohem emotionalen Einfühlungsvermögen einen guten Zugang: sie können ihre Gefühle oft gut beschreiben, erinnern und reflektieren. Nachteilig ist allerdings, dass die Kinder genau dieses tiefe Fühlen sehr mitnimmt, da die Grenzen zwischen „meinen und deinen“ Gefühlen verschwimmt und sie so besonders viel verarbeiten müssen.

Genau hier liegt auch das generelle Problem. Durch die erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit bekommen Kinder mehr mit, fühlen tiefer, denken mehr und die Abgrenzung geling oft schwer. Das alles kann die Psyche des Kindes überfordern und es kann sich in Wut, Trotz, Rückzug, Angst oder sogar Depression ausdrücken.
Ganz gleich, in welchem Bereich Ihr Kind hochsensibel ist: Es braucht Verständnis und Begleitung. So kann die Hochsensibilität nicht nur eine Herausforderung sein, sondern auch  eine ganz besondere Begabung, die ein großes Geschenk für alle sein kann!

Gerne unterstütze ich Sie und Ihr Kind dabei, diese Begabungen in die richtigen Bahnen zu lenken und ihm zu helfen, mit dieser Besonderheit besser zurecht zu kommen.

Zitat des Sozial- und Gesundheitsministers Manne Lucha bei der Vorstellung CoPsy-Studie über psychische Pandemie-Schäden bei Kindern und Jugendlichen:

„Kinder und Jugendliche waren in jeder Hinsicht vorbildlich solidarisch mit den Älteren und Gefährdeten, die darauf angewiesen waren, dass wir als Gesellschaft sie schützen. Kinder und Jugendliche haben damit einen unschätzbaren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet – jetzt müssen wir ihnen helfen.“

Ergebnisse der CoPsy-Studie:

71 % der Kinder und Jugendlichen und 75 % der Eltern fühlten sich durch die erste Welle der Pandemie belastet. Im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie gaben die Kinder und Jugendlichen eine geminderte Lebensqualität an, der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten hat sich in etwa verdoppelt und ihr Gesundheitsverhalten hat sich verschlechtert. Sozial benachteiligte Kinder erlebten die Belastungen durch die Pandemie besonders stark. Zwei Drittel der Eltern wünschten sich Unterstützung im Umgang mit ihrem Kind.

Gerade Kindern hat die Pandemie mit seinen Lock-Downs besonders schwer zu schaffen gemacht.

Nicht nur, dass in dieser Zeit die häusliche Gewalt an Kindern deutlich zugenommen hat. Auch die psychische Belastung durch Isolation ist merklich angestiegen. Hinzu kam, dass viele Kinder geistig noch nicht in der Lage waren, rein digital unterrichtet zu werden und selbständig Wochenarbeitskontingente zu erledigen. Auch der wichtige persönliche Austausch mit Gleichaltrigen fiel von heute auf morgen weg.

Kinder sind in diesem Alter besonders vulnerabel, so dass sich besonders bei den unter 14-jährigen eine Zunahme psychischer Symptome wie Ängstlichkeit, Depressivität, Hyperaktivität und Einsamkeit sowie Einbußen in der Lebensqualität bemerkbar machten.

Auch Gewichtszunahmen, Essstörungen (Magersucht) und Mediensucht (Gaming) wurde deutlich vermehrt beobachtet. Bei den Einschulungstests fiel auf, dass viele Kinder übergewichtig waren und vermehrt Defizite im sprachlichen, motorischen und sozial-emotionalen Bereich hatten.

Die Pandemie gab aber auch Chancen auf einen engeren Familienzusammenhalt und Verbesserung des Familienklimas. Auch Kinder, die unter Schulängsten und Mobbing litten, tat die Auszeit nachhaltig gut. Positiv war auch, dass die meisten der genannten negativen Symptome nach Beendigung des Lock-Downs wieder verschwanden und nur selten psychotherapeutisch relevante Symptome zurückblieben.

Was aber, wenn gerade bei jungen Kindern, die noch wenig bewusste „Vergleichszeit“ hatten, sich tiefe Ängste beispielsweise vor Viren, Körperkontakt mit anderen oder Sorgen um die Gesundheit liebgewonnener Menschen festgesetzt haben?

Kinder verinnerlichen das Verhalten Ihrer Eltern unreflektiert und können noch nicht einschätzen, warum sie etwas machen sollen und wie groß die Gefährdung tatsächlich ist. Hier kann eine Vorsichtsmaßnahme schnell mit einer Lebensnotwendigkeit verwechselt werden. Die Folge der Ängste können Zwangsstörungen, Schlafstörungen, erneutes Bettnässen, Aggression, Trennungsangst oder eine generalisierte Angst sein.

Sind diese Ängste einmal verinnerlicht, wird es schwer das Kind von der Unsinnigkeit seinen übersteigerten Ängsten zu überzeugen. Sie sind Teil seiner Lebenswirklichkeit geworden.

Wenn das Leben Ihres Kindes durch diese Ängste sehr eingeschränkt ist und Sie es mit geduldigem Erklären und Beruhigen nicht geschafft haben, es von seinen Ängsten zu lösen, sollten Sie über eine Psychotherapie nachdenken. Hierzu berate ich Sie gerne.

Auch bei älteren Kindern, die Angst vor Kontrollverlust, vermehrte Zukunftsängste, Leistungsdruck oder eine Abhängigkeit entwickelt haben, sollte eine Therapie in Erwägung gezogen werden um ihnen die Lebensfreude und Zukunftsperspektive wiederzugeben, die sie vor der Pandemie hatten.

Ähnliche Ängste können auch tagesaktuelle Themen wie Krieg oder Umweltschäden verursachen. Nehmen Sie die Sorgen Ihrer Kinder ernst und holen Sie sich Hilfe, wenn sich die Zukunftsängste nicht bessern sollten. Ich würde mich freuen, Sie und Ihr Kind kennenzulernen.

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Bettnässen bei älteren Kindern: Ein Grund zur Sorge?

Bettnässen bedeutet oft Schlafmangel, Scham und Hilflosigkeit für alle Beteiligten.

Die meisten Kleinkinder werden zwischen 2½ und 3½ Jahren sauber bzw. trocken. In der Nacht werden Kinder normalerweise etwa ein halbes Jahr später trocken. Kinder lernen dann immer besser ihre Blasen- und Darmfunktion wahrzunehmen und zu kontrollieren. Jedes Kind hat aber sein eigenes Tempo und entscheidet letztlich selbst, ob die Phase des Trockenwerdens nun kürzer oder etwas länger dauert.

Fachleute bezeichnen Bettnässen auch als Enuresis oder Enuresis nocturna. Damit ist das Einnässen während des Schlafens gemeint. Weil Kleinkinder körperlich noch nicht dazu in der Lage sind, den Urin nachts immer zu halten, spricht man erst bei Kindern ab fünf Jahren vom Bettnässen – und auch nur dann, wenn es mindestens einmal monatlich passiert.

Bettnässen wird in zwei Typen unterteilt:

  • Primäre Enuresis: Das Kind war noch nie länger als sechs Monate am Stück trocken. Wenn Sie sich hier Sorgen machen, klären Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt, ob organische Probleme vorliegen könnten. Wenn dies ausgeschlossen ist, bleiben Sie ruhig. Bei manchen Kindern dauert es einfach etwas länger.
  • Sekundäre Enuresis: Das Kind war schon mindestens sechs Monate lang am Stück trocken und nässt dann wieder ein. Hier könnte sich eine wie auch immer belastete Psyche (z.B. bei Stress, Veränderungen, Trauer etc.) Teil des Problems sein.

Für Eltern von betroffenen Kindern ist Bettnässen oft ein Tabuthema, mit dem sie sich allein fühlen: Einer Umfrage zufolge verspürt die Hälfte der Eltern Hilflosigkeit. 60% berichten außerdem, dass auch ihren Kindern das nächtliche Einnässen unangenehm ist. Dabei kommt Bettnässen viel häufiger vor, als man denkt: 33% der 5-Jährigen, 10% der 7-Jährigen und immerhin 5% der 10-Jährigen machen nachts noch ins Bett.

Für Bettnässen gibt es verschiedene Ursachen, doch wichtig ist es zu wissen, dass hier niemand etwas falsch gemacht hat, weder die Kinder noch die Eltern und dass sich niemand deswegen schämen muss.

Neben verschiedenen körperlichen Ursachen (wie z.B. eine verkleinerte Blase oder hormoneller Dysbalance) spielen auch psychische Faktoren eine große Rolle: Übermäßiger Stress, Veränderungen der Lebensumstände oder ein Trauma können dazu beitragen, dass Kinder wieder mit dem Bettnässen beginnen.

Wenn der Facharzt also körperlich nichts feststellen konnte, sollten Sie die oben genannten psychischen Ursachen überprüfen lassen. Wenn es z.B. familiäre Probleme gibt, haben Sie ein Gefühl, ob das Ihr Kind belasten könnte. Wenn aber außerhalb Ihrer Aufsicht etwas geschehen ist, bekommen Sie eine psychische Belastung Ihres Kindes unter Umständen gar nicht direkt mit. Kinder drücken ihre Sorgen oft auf Verhaltensebene aus. In einem ersten Schritt könnten Sie ihr Kind also fragen, ob es etwas gesehen, gehört oder erlebt hat, was es nicht vergessen kann. Auch hier müssen Sie sich nicht allzu große Sorgen machen. Oft reicht schon ein aufregender Ausflug oder ein Streit mit einem Freund, um das seelische Gleichgewicht kurzfristig aus der Balance zu bringen.

Gerne können wir auch gemeinsam schauen, ob es noch etwas am Schlafmanagement Ihres Kindes zu verbessern gibt und ob es an psychischen Faktoren liegen könnte.

Eine Veränderung beginnt immer mit dem ersten Schritt

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Am besten können wir in Ruhe besprechen, wo die Probleme Ihres Kindes liegen und was die beste Herangehensweise ist, wenn ich Sie und Ihr Kind kennenlerne. Daher biete ich einen ersten kostenlosen Kennenlerntermin an. So habe ich die Möglichkeit Ihre Familie kennenzulernen, Sie können sich völlig unverbindlich beraten lassen und Ihr Kind hat die Möglichkeit mich und die Praxisräume angstfrei kennenzulernen.